Biography

Books Of Salzinger, Helmut

DAS LANGE GEDICHT

Die Revolution ist ein langes Gedicht. Jaja. Und sie hört niemals auf. Eben eben. Trotzdem: was sonst sollte sie sein, wenn nicht dies, ein langes Gedicht, das niemals aufhört? Wozu brauchten wir sonst überhaupt eine Revolution? Die Frage ist halt, ob wir eine brauchen. Die Revolution macht alles neu. Aber sie macht auch eine ganze Menge kaputt, was eigentlich noch brauchbar gewesen wäre. Hätten wir inzwischen vielleicht eine andere historische Lektion aufbekommen? Nämlich die, daß es darauf ankommt, alles (wieder) alt zu machen? Auf die alte Art. Die uns abgewöhnt wurde, als alles immer schneller gehen sollte. Und höher. Und billiger. Und mehr. Und so weiter.

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DIE BEIDEN HÄNDE DES SPERBERS

MOLLBERG (1)
Amsel steht
starr im Wald
starrt mich an
bewegungslos
oder nein, wie
ein Stück Holz
beruhigt hinterm Fenster
lehn ich mich zurück, da
flatterts hoch, kreischt
auf und davon

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DIE FREUNDLICHKEIT DER KRAFT

Von Bäumen und Vögeln von Wolken und Wind ist in diesem Buch die Rede vom Wetter vom Licht des Vollmonds vom hohen Himmel und immer wieder vom weiten grünen flachen Land. Nirgends ein Haltepunkt fürs Auge; wohin es sich wendet nichts als Raum. Diese Landschaft ist unverkennbar norddeutsch. Das Land Hadeln flach und feucht zwischen Elbe und Wesermündung ist der natürliche Ort der in diesen Texten festgehaltenen Beobachtungen und Reflexionen. Manchmal ist man versucht von Heimatgedichten zu sprechen: die Wirklichkeit der Natur und eines Lebens in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft; nicht Träume von weltfremder Idylle vielmehr konkrete Dinge aus dem Alltag die hier neu entdeckt und bei ihrem alten Namen genannt werden. Oft klingen diese Namensnennungen wie Beschwörungen. Es sind welche magische Monologe wie geflüstert gemurmelt manchmal gesungen: Schwarzmilan / komm heran / . Und er kommt! Menschen treten in der Welt dieser Texte unmittelbar so gut wie gar nicht in Erscheinung, es sei denn als Feinde: er, als wärs / eine Drohung. Er ist eine. Der Mensch ist für die Erde, auf der und von der wir alle leben, zur tödlichen Gefahr geworden. Mit diesen Texten versucht einer, das an Boden, was davon die Maschinenwelt noch übrig gelassen hat, wieder unter die Füße zu bekommen.

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GEHEN SCHRITTE

EPIGRAMM
und ich bin einer von den Epigonen
die Sprachruine zu bewohnen
und die Wirklichkeit, die
ist in den Wörtern – ich sagte es schon
Wahrheit
sonstwo
(Helmut Salzinger)

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